Unter „Fogging“ versteht man das Verdampfen flüchtiger Bestandteile von Kunststoffen, aber auch von Textilien oder Leder. Besonders für die Innenausstattung von Kraftfahrzeugen werden solche Materialien eingesetzt. Die flüchtigen Bestandteile verdampfen unter Einwirkung höherer Temperaturen und kondensieren an den Glasscheiben, vor allem an der Windschutzscheibe. Der Niederschlag beeinträchtigt die Sicht durch die Frontscheibe. Gleichzeitig stellt man fest, daß die verwendeten Materialien um so spröder und härter werden, je mehr flüchtige Bestandteile sich hieraus lösen. Als Folge davon altern die entsprechenden Teile frühzeitig.
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Die Verfahren
Die Menge des unerwünschten Austretens flüchtiger Bestandteile ist zu bestimmen. Aus diesem Grunde wurden in der DIN 75 201 zwei Prüfverfahren festgelegt und veröffentlicht. Unterschieden wird nach Verfahren „A“ und „B“. Der DIN-Ausschuß hat hier Arbeitsverfahren und Rahmenbedingungen für Prüfapparaturen zum Fogging-Test festgelegt, um eine Vergleichbarkeit der Meßergebnisse sicherzustellen. Diese DIN-Norm wurde in die internationale Norm ISO 6452/2000 übernommen, so daß die folgende Beschreibung des Verfahrens für beide Normen gültig ist.
Foggingverhalten DIN 75201-R Verfahren „A“: Bestimmung des Foggingverhaltens durch Messung des Reflektometerwertes (R). Nach diesem Verfahren wird eine Materialprobe über 3 Stunden bei 100°C temperiert. Die flüchtigen Bestandteile kondensieren an einer auf 21°C gekühlten Glasplatte. Damit wird der Vorgang des Verdampfens sozusagen im „Zeitraffer“ simuliert, der in Kraftfahrzeugen durch Aufheizung des Innenraumes unter Sonneneinstrahlung sonst einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt. Anschließend wird der Foggingniederschlag auf der Glasplatte quantitativ durch die Messung des 60°-Reflektionswertes erfaßt. Als Bezug dient dabei der 60°-Reflektionswert derselben Glasplatte ohne Niederschlag.
Foggingverhalten DIN 75201-G Verfahren „B“ (Gravimetrische Methode): Bestimmung des Foggingverhaltens durch Wiegen des kondensierten Bestandteiles (G). Entgegen dem Verfahren „A“ wird die in den Becher eingebrachte Probe über 16 Stunden bei 100°C temperiert. Der Becher wird mit einer Aluminiumfolie abgedeckt. Das Gewicht der Folie wurde vorher ermittelt. Der Foggingniederschlag wird durch erneutes Wiegen nach der Messung ermittelt.